Balanciere Dein inneres und äußeres Leben

Taiji als universelles Prinzip beschreibt eine intelligente, harmonische Verbindung zwischen zwei gegensätzlichen Elementen (Yin und Yang).

 

Jeder Mensch hat ein Innenleben (Yin) und ein Außenleben (Yang). Grob vereinfacht ist das Außenleben sichtbar, das Innenleben nicht. Die inneren Welten sind ähnlich weit und facettenreich wie die sichtbare Welt, jedoch meist von persönlicher Beobachtung völlig unberührt.

 

Obwohl Innenleben und Außenleben eng miteinander verknüpft sind und nicht voneinander getrennt werden können, ist der Normalzustand, dass sich das Wahrnehmungsvermögen und das Handeln zu ca. 95% nach außen richtet.

 

Die Fähigkeit innere Prozesse wahrzunehmen ist nur schwach ausgeprägt, die Fähigkeit innere Prozesse zu gestalten noch schwächer und ein Lernprozeß findet - wenn überhaupt - nur unbewußt statt. Insofern entsteht im Laufe des Lebens regelmäßig ein Ungleichgewicht.

 

Taiji ist ein sehr altes Konzept zum Verständnis des Menschen, seiner vollen Potentials und wahres Taiji steht für eine Schule, die eine systematische Methode verfolgt, um diese inneren Potentiale zu entfalten und das Ungleichgewicht aufzulösen.

 

Dieser Weg nach Innen wurde bereits vor tausenden Jahren in den klassischen daoistischen Texten Yi Jing oder dem Dao De Jing formuliert. Der angestrebte Idealzustand (Taiji = chin. "das höchste Letzte") eines ausgewogenen Innen- und Außenlebens entspricht dem Ziel des Yoga (= sanskr. "Einheit") der indischen Yogis. Insofern ist Taiji ein praktisches Trainingssystem daoistischer Prinzipien (Chinesisches Yoga)
 
Taiji, oft als "Meditation in Bewegung" bezeichnet, entwickelt innere Qualitäten und verschiedene Lehrer, Stile und Schulen in unterschiedlicher Gewichtung streben damit nach körperlichem Wohlbefinden (Wellness), Persönlichkeitsentwicklung, Heilgymnastik und Kampfkunstaspekte. 
Obwohl tatsächlich all diese Punkte hiervon berührt werden, führt der tatsächliche Zweck von wahrem Taiji allerdings darüber hinaus.

Aktiviere Dein inneres Wachstum

Wahres Taiji-Training richtet sich zuerst auf die Wiederherstellung und später auf die Vertiefung und Balancierung eines inneren Wachstums, das das normale äußere Wachstum eines volljährigen Menschen - d.h. die zunehmende Fähigkeit ein äußeres Leben (Beruf, Freizeit, Familie) zu bewältigen - vervollständigt.

 

Inneres Wachstum wird durch die Aktivierung des tiefen Verstandes und die Passivierung des Körpers erreicht. 

 

D.h. die anfängliche Normalsituation des aktiven Körpers mit seinem aktivem Alltagsverstand - dessen Aktivität eng mit den äußeren Sinnen verknüpft ist - und einem weitestgehend passivem (tiefen) Verstand wird nach und nach umgekehrt zu einer Situation des aktiven (tiefen) Verstandes - dessen Aktivität eng mit den inneren Sinnen verknüpft ist - und einem passivem, d.h. folgsamen Körpers.

Bring den Alltagsverstand zur Ruhe

Daher beginnt Taiji als inneres Übungssystem mit der willentlichen Beruhigung oder Stillegung des oberflächlichen Alltagsverstandes, so wie es jeden Abend beim Einschlafen ohne Willensanstrengung geschieht.

 

Diese Stillegung des Alltagsverstandes wird über das Training immer weiter vertieft, so dass sich verschiedene mit der Zeit unterschiedliche Abstufungen der reduzierten Alltagsaktivität wahrnehmen lassen.

 

Letztendlich wirkt die Aktivität des Alltagsverstands wie eine Pufferschicht, die zwischen dem Bewußtsein und den inneren Signalen liegt. Bei einer durch äußere Sinneseindrücke angeregten hohen Aktivität im Alltagsverstand ist diese Schicht quasi undurchdringlich. Bei einer niedrigen Aktivität wie beim Einschlafen oder Aufwachen oder eventuell im Traumzustand können die inneren Sinneseindrücke - durch das von äußeren Sinneseindrücken nun weniger angeregte Denken - bis in das Bewußtsein vordringen können.

Aktiviere die innere Wahrnehmung

Bei der Ausführung der fließenden, wellenartigen Bewegungen des Taiji wird die innere Wahrnehmung schrittweise auf halb- bis unbewußte Aspekte des inneren sensorischen Erlebens gelenkt.


Die inneren Eindrücke, die im Zusammenhang mit Bewegung entstehen, können auf die Aktivität von fünf Sensorengruppen im Körper zurückgeführt werden (5 innere Sinne):

  1. Schmerz-Sensoren
  2. Sensoren für Stellungsveränderungen in Gelenken
  3. Sensoren für Zustandsveränderungen in Muskeln
  4. Druck-Sensoren und
  5. Wärme-Sensoren.
Für die Koordination von Bewegung sind grundsätzlich nur die Sensorengruppen 2-4 erforderlich. Die anderen beiden Gruppen verzeichnen das Ausmaß der Aktivierung im Körper bzw. das Ausmaß der Überschreitung körperlicher Grenzen.

Anders als die äußeren Sinne (Geschacks-, Gehör-, Geruchs-, Seh- und Tastsinn), bei denen 4 von 5 allein im Kopf angelegt sind, verteilen sich die inneren Sinne über den ganzen Körper.

Jeder dieser inneren Sinne verzeichnet eine große Bandbreite von Eindrücken: Von sehr intensiv bis sehr subtil. Aber auch die inneren Sinne sind alle unterschiedlich weit vom Alltagsbewußtsein entfernt. So ist es mit der Zeit möglich, die Wahrnehmung Schritt für Schritt von den groben, oberflächlichen zu den sehr feinen, tiefsten inneren Sinneseindrücken zu führen.

To be continued...

Aktiviere die innere Intention

Entwickle die innere Intelligenz

Aktiviere den Tiefen Verstand im Alltag